Kein Schwyzerdütsch in Sachsen

Kein Schwyzerdütsch in Sachsen

So ganz konnte ich die Bezeichnung Sächsische Schweiz nicht nachvollziehen, aber Berichte hatten mich neugierig gemacht. Albrecht war, wie immer, für eine unbekannte Reisedestination zu haben. Nun gut, diesmal, keine Fernreise dank Corona. Eigentlich waren Schweden und Norwegen geplant mit Anreise über Riga…. Neue Eindrücke warteten auf uns, und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Links gibt’s wie immer am Ende… Page 2

Über Bad Schandau erreichten wir Mittelndorf, wo wir eine Ferienwohnung gebucht hatten. Freundlich wurden wir begrüßt und im Treppenhaus erwartete uns noch ein “spezielles Empfangskomitee”. Trotz der wilden, hexenden Gestalten war ein Feuerlöscher vorhanden, – oder gerade deswegen ? Die Lage der Wohnung war für unsere geplanten Wanderungen hervorrragend, die Küche für das geplante Kochen eher weniger geeignet. Wir arrangierten uns.

Am nächsten Tag erforderte anhaltender Nieselregen eine Touränderung. Ohne viel Freude hatte ich als Ziel den “Kuhstall” ausgesucht und erwartete keine Besonderheit. Ich sollte mich täuschen. Mit dem Bus fuhren wir nach Bad Schandau und weiter mit der Bahn ins Kirnitzschtal bis zur Endstation, dem Lichtenhainer Wasserfall. Mit der Bahn freundete ich mich sogleich an. Übrigens: der öffentliche Nahverkehr ist exzellent, auch sonntags!

Wir stapften los. Mit uns auch einige andere “Regenfeste”, die den Weg zum Kuhstall in Angriff nahmen.

Oben erwartete uns herrliche Sicht und Sonne, beeindruckende Felsformationen und eine “Info”- Tafel im Toilettenbereich des Gasthauses zur Namensgebung…


Auf einem der Wege im Nationalpark Sächsische Schweiz

Das Wetter war stabil und meist sonnig geworden. Wir machten uns auf nach Hinterhermsdorf. Es wurde eine ziemlich lange Tour, einschließlich einer Kahnfahrt auf der Kirnitzsch. Hier bildet der Fluß die Grenze zu Tschechien und, wie ich hörte, ist er der älteste Grenzfluß Europas. Die Schleusen wurden für das Flößen angelegt und bereits seit 1879 auch von interessierten Gästen (lt. Flyer) besucht. Anschließend wanderten wir auf den Steigen des Nationalparks immer in Sichtweite des Flusses, um am Ende der Wanderung wieder einige Höhenmeter hinter uns zu bringen, bis wir den Parkplatz an der Buchenparkhalle erreichten.

Nur kurz nach Tschechien…

und durch die Enge der Wolfsschlucht.

Auf Albrechts Wunschliste stand die Festung Königstein. Wir verbanden diesen Besuch mit einer Tour zur Bastei, sozusagen die Top-Sehenswürdigkeit.

Festung Königstein

In früheren Zeiten besuchten bereits prominente Zeitgenossen wie Alexander und Wilhelm von Humboldt die militärische Anlage, hohe Staatsgäste wie Zar Peter I. und Kaiser Napoleon waren ebenfalls empfangen worden. Besonders erwähnenswert , ein Renaissanceobjekt von 1594 mit einem Gewölbesaal. (Ein Link am Ende des Berichtes) Auch wir waren gern gesehene Besucher.

Einzigartig in Europa präsentiert die imposante Wehranlage Festungsbaukunst in ihrer Entwicklung über 400 Jahre hinweg. Auf einer Fläche von 13 Fußballfeldern laden mehr als 50 Bauwerke und ausgedehnte Grünanlagen zum Abenteuer “Festung” ein.

Zitiert aus dem Flyer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz

Festung Königstein mit Blick auf die Elbe

Im Hintergrund der Lilienstein

Nach der umfangreichen Besichtigung machten wir uns auf in Richtung Rathen, wo die Bastei auf uns wartete. Als wir den Festungsbereich verließen stand am Eingang schon eine kurze Besucherschlange : Am großzügig ausgebauten Parkplatz mit Parkdecks waren bereits Busse eingetroffen und das Menschengewirr vergrößerte sich.


Bastei

1592 wurde im Bereich der Felsenburg Neurathen die “Pastey” das erste Mal erwähnt. Erst 1826 entstand eine hölzerne Basteibrücke die 1851 durch die heute bestehende Sandsteinbrücke ersetzt wurde. Das Basteimotiv regte viele Maler an und Interessierte können den Malerweg über 112 km und 8 Etappen erwandern. (Link am Ende des Berichtes)

Unsere Tour begann in Rathen und führte über die Bastei und den Steinrückenweg nach Wehlen. Mit der S-Bahn gelangten wir zurück nach Rathen, wo unser Auto abgestellt war. Anfänglich in großen Gruppen unterwegs, konnten wir im Verlauf der Wanderung in Richtung Wehlen die Natur genießen und trafen nur auf wenige Wanderer. Aber die Bastei ist auf jeden Fall sehenswert!


Die Schrammsteintour

Wir starteten am Beutenfall. Über den Affensteinweg näherten wir uns dem Schrammstein. Der letzte Anstieg über Metalltreppen und Leitern forderte mich wieder einmal, aber die Aussicht bei der Ankunft entschädigte mich für die Anstrengung. Viele Wanderer teilten mit uns dieses Erlebnis. Nach ungefähr zehn Minuten waren wir an der spektakulären Schrammsteinaussicht angekommen, – (ohne Höhenmeter zu überwinden…). Hier wurde mein Eindruck nochmals getopt, was für eine Panoramasicht bei herrlichem Sonnenschein!


Besuch bei Barbarine

Nachdem ich die Gesichte von Barbarine hörte wollte, ja mußte, ich dort unbedingt hin. Das arme Ding war anstatt zur Kirche in den Wald gegangen, um Beeren zu pflücken und wurde daraufhin in eine Felsnadel verwandelt…

Wir machten uns bei etwas trüben Wetter auf nach Pfaffendorf, oberhalb des Ortes Königstein gelegen. Durch das sogenannte Nadelöhr schnaufte ich hoch durch die (eine) Schlucht des Pfaffensteines. Hundebesitzern wird empfohlen den bequemen Aufstieg für sich und den Hund zu nehmen. Ich hatte keinen Hund dabei… daher…Albrecht mußte immer wieder warten, aber ich kam auch irgendwann einmal an. Barbarine ruft! Eine kurze Strecke ging es auf dem Tafelberg eher gemütlich voran, und wir trafen seltsamerweise viele Besucher mit Hunden? Das Foto entstand mit Einverständnis des Rudelführers…

Die Barbarine ist für Kletterfreaks gesperrt und wurde aufwendig gesichert. (Link am Ende des Berichtes.) Auf anderen Felsformationen waren Klettersportler zu sehen.

Auf nach Sebnitz

Nach unserer Tour rund um Hohnstein machten wir uns nach Sebnitz auf, wo wir schon einige Male unsere Lebensmitteleinkäufe erledigt hatten.

Sebnitz ist Große Kreisstadt und ihr Hausberg Tanzplan (Tancenice) liegt schon in Tschechien. Bereits 1451 als “Städtlein” urkundlich erwähnt blickt die Stadt auf eine lange Tradtion in der Herstellung von Kunstblumen und auch Christbaumschmuck zurück. In Heimarbeit wurde “geblümelt”. Das Fischer-Art-Haus ist ein auffälliger Bau an dem kleinsten Kreisverkehr Sachsens… (Links am Ende des Berichtes)

Postgehilfe in Sebnitz

Fischer-Art-Haus in Sebnitz

Heute war anstatt Kochen auf den eigenen Herdplatten die Küche bei Schmuggler in Sebnitz gefragt. Die regionalen Gerichte in ordentlich großen Portionen werden von uns weiterempfohlen, auch wenn die einzige Servierkraft leicht gestreßt wirkte, es sei ihr verziehen, – Coronazeit.


Nach elf Tagen verließen wir bepackt mit Erlebnissen und Eindrücken die Sächsische Schweiz, einen schönen Flecken Deutschlands. Tagestour nach Dresden – siehe Link.

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