Warum nach Krumlov?

Warum nach Krumlov?

Das Wappen mit der Rosenberger Rose und den Raben derer von Eggenberg ziert diesen Kanaldeckel in Krumlov

Nach unserer Tour durch das Waldviertel (Link am Ende des Berichtes) im nördlichen Österreich mit den Besuchen von Burgen und Schlössern wollten wir das bestens beworbene und vermarktete UNESCO-Weltkultur-und Naturerbe Ceský Krumlov besuchen. Unsere Ferienwohnung lag im Stadtteil, südlich am Hang, einige Straßen unterhalb der Barockkapelle, auf dem Kreuzberg (Krizova hora) in der Slupencká. Ohne Navi hatten wir erst einmal Probleme, die Unterkunft zu finden. Nach Ankunft, wir waren wieder einmal – wie immer – zu früh und blieben am Auto stehen. Nach kurzer Zeit sah der Vermieter um die Ecke und brachte uns zu unserer Ferienwohnung im Blockhaussstil, die im hinteren Teil des Gartens lag, bergauf. Alles gut und geschafft.

Sgrafittimalerei im Schlosshof, – die Technik wurde in der Renaissance angewendet. Darunter versteht man Reißmalerei, figurale und ornamentale Motive werden in den Verputz gekratz und nur wenige natürliche Farben verwendet.

Krumlov, im Süden Böhmens gelegen, gehört mit Prag zu den meistbesuchten Städten in Tschechien. Burg und Schloss sind Hauptgrund für die Touristenströme durch die mittelalterliche Stadt. Unzählige Gruppen aus dem asiatischen Raum bestaunen, und nicht nur diese, den einstigen Adelssitz. Es hieß, wer Krumlov besitzt sei der reichste Adlige des Königreiches. Erstmals wurde die Krumlover Burg 1253 erwähnt. Ab 1302 regierte das Adelsgeschlecht der Rosenberger, daher auch die Rose im Wappen. Die Habsburger von 1602-1622 schenkten den Adelssitz den steirischen Eggenbergern und den Herzogstitel gab’s noch dazu.. Unter dem Adelsgeschlecht Schwarzenberg erhielt die Adelsresidenz ihre heutige Form, – 1719-1939. Über diese langen Zeiträume unterschiedlicher Herrscher prägten auch die Stilepochen das Schloss und auch die Stadt mit Kirche St. Veits. Neben den prunkvollen Innenräumen des Schlosses, welche wir wegen des Gedränges nicht besucht haben, punktet die historische Altstadt mit ihren Bürgerhäusern.

Auf der Moldau (Vltava), die in einer Schleife den alten Stadtkern umfließt, vergnügen sich unzählige “Paddler”. Das Angebot dieser erfrischenden Abwechslung bieten mehrere Veranstalter an.

Bei unseren Rundgängen im historischen Kern konnten wir neben den üblichen aufgemotzten Kaufangeboten für Touristen, vielen Straßenlokalen und nun-ja Touristen mit und ohne Führung auch abseits ruhigere Ecken entdecken. Die Stadt hat kein Verkehrsproblem, da die ausgewiesenen Parkplätze ausreichend und somit Autos verbannt sind. Wir erreichten das Zentrum in ungefähr 15 Minuten zu Fuß, und wie ich solche Steige immer nenne, auf einem “Hausfrauenweg”. Unser Vermieter hatte uns darauf aufmerksam gemacht.

Barockkapelle am Kreuzberg, Krizova hora

Egon Schiele im Art Centrum

Außer einer umfassenden Ausstellung über sein Schaffen und Leben bietet der ehemalige Brauereikomplex auf mehr als 4000 m² auch Platz für Austauschausstellungen und internationale Ateliers. Schwerpunkt ist die klassische Kunst des 20.Jh. Für mich ein Muß, die Schiele -Ausstellung zu besuchen, die kurz nach Öffnung um 9h noch ohne Besucher war. Schieles Mutter stammte aus Krumlov und so verbrachte er auch Zeiten seines doch kurzen Lebens hier in Krumlov. Er starb 28jährig.

Dieser verunglückte Holzvogel vor der Klostermauer inspirierte mich, ist`s ein Ikarus? Es gäbe hier noch viel zu entdecken, trotz Gedränge, doch wir wollten weiter…

Gesehen in Krumlov, im Garten des ehemaliges Minoritenkloser (heute Kreuzherrenorden mit dem Roten Stern)

Link zu einem anderen Schloss, fast noch ein Geheimtipp: https://www.weltenquerung.de/2019/09/03/vranover-tagtraum/

Link https://www.weltenquerung.de/2019/11/04/waldviertler-mythen-seifensieder-wackelsteine/ zur Waldviertelreise

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