Zwischen Oslo und Uppsala

Zwischen Oslo und Uppsala

Trondheim – wo’s für Fahrräder einen Lift gibt

Der Lift für Fahrräder, übrigens bisher der einzige auf der Welt, war sozusagen noch im Winterschlaf. In Betrieb konnte er so nun nicht besichtigt werden. Nun wäre diese Kuriosität sicherlich nicht die einzige Attraktion, um die Stadt zu besuchen. Wir hatten uns für diesen Aufenthalt eine Woche Zeit genommen, dann sollte uns das Postschiff in den Norden bringen; in der Stadt herumstreifen, den Norwegischen Nationalfeiertag am 17. Juni erleben, von der Lebensfreude der Trondheimer verführen lassen, – es waren einfach wunderschöne Erlebnisse für uns.

Der Nidarosdom

Das imposante Bauwerk im vorherrschenden Stil der Neogotik und mit romanischen Elementen ist ein Wahrzeichen Norwegens und Trondheims sowieso. Nidaros ist der alte Name von Trondheim. Die Grundsteinlegung erfolgte bereis 1090. In dem Dom wurden sieben Könige gekrönt und zehn Könige bestattet. Die königlichen Insignien befinden sich im angrenzenden Erzbischöflichen Palast. Der Dom ist auch das Ziel des Pilgerweges “Olavsleden”, der von Oslo bis nach Trondheim führt und wieder öfter begangen wird. Der Name geht auf den später heilig gesprochenen König Olav zurück, der auf dem Schlachtfeld starb. Er wurde im Dom bestattet. Überwältigend ist auch die riesige Orgel.

Die Stadt hält viele interressante Bauten und Besonderheiten für Reisende bereit. Ein Gang über die Gamble Bybro und durch das rote Holztor soll Glück bringen; das ließ ich mir nicht entgehen.

Am Fluß Nidelva, der sich durch die Stadt windet, fanden Mitte Mai jung und alt bei Sport und Spaziergängen ihre Wege.

Impressionen

Museen gibt es viele, Albrechts Auswahl fiel auf das Museum of Natural History und Archaeology, sozusagen naturhistorisch ausgerichtet. Neben ausgestopften Tierpräparaten, was Wunder, fanden sich lebende Insektenlarven und Käfer. Mit einem Video stellten Produzenten ihre, und für uns Menschen, zukünftige Nahrungsmittelversorgung dar. Die kriechende, zukünftige Nahrung wurde mit einem Wassernebel aus der Spühflasche befeuchtet. Sehr faszinierend.

Ein weiterer Fixpunkt an diesen Tagen war die Festung, Kristiansten Fortress. Nach Albrechts Einschätzung in keiner sehr wehrhaften Lage über der Stadt. Sie wurde 1681 nach einem Feuer neu aufgebaut. Im 2. Weltkrieg wurden hier norwegische Widerstandkämpfer hingerichtet.

Ach ja, das Kunstmuseum im Bereich der Domanlagen war eigentlich auch auf meinem Plan, aber ich schaffte es nicht, Albrecht zu überzeugen. Bei regnerischen Wetter stapften wir dann in Richtung der mächtigen Anlage der NTNU auf dem Hügel, nicht weit von der Festung entfernt. Trondheim ist bekannt für die naturwissenschaftliche Ausrichtung der Uni und daher auch bevölkert von vielen jungen Menschen. Ganz schön naß trafen wir nach dieser Tour in unserer Unterkunft ein.

Das Meer hatte ich schon lange vermißt und so waren meine Streifzüge am Hafen, mit und ohne Albrecht, trotz kalter Winde für mich eine täglich wiederkehrende Walkingtour. Dazu einige Bilder, – Munkholmen, die Mönchsinsel konnten wir leider nicht besuchen, da der Fährverkehr erst am 1. Juni starten sollte. Die in Sichtweite gelegene Insel war Kloster, Festung, Gefängnis und und in früheren Zeiten ein Hinrichtungsplatz der Wikinger.


Nach 5 Tagen in unserer einfachen Ferienwohnung mit Pantryküche, defekter Herdplatte und von mir mit silbernem Packklebeband fixierten Lichtschalter über der besagten Küche, zogen wir in ein ein sehr spezielles Hotel, in einer ehemaligen Bäckerei; was für ein Luxus. Zwei Nächte Wohlgefühl! Im Fitnessbereich mit Waschmaschine und Trockner konnte ich einen Großwaschtag einlegen, es war dies der Anreisetag, der 16.Mai. Am 17. Mai war norwegischer Nationalfeiertag, und da sollten wir staunen…


Der 17. Mai – er ist Norwegens Nationalfeiertag, eigentlich der Verfassungstag, “Grunnlovsdag”. 1814 wurde in Eidsvoll das Grundgesetz des Königreiches Norwegen verabschiedet.

Auf den Straßen waren sehr viele gut gelaunte Trondheimer unterwegs; Fahnenabordnungen, Kinderparaden und Musikkapellen eiferten um die Wette. In norwegischer Tracht, und fähnchenschwenkend standen Passanten an den Straßenrändern, um den vorbeiziehenden Gruppen zuzujubeln. Ich mischte mich eine ganze Weile unter die Feiernden. Volksfeststimmung!

Albrecht machte an diesem Tag eine Speedwanderung in Richtung Lade (Stadtteil).

Am nächsten Tag, die Koffer waren bereits gepackt, brachte uns ein Taxi zu unserem Hurtigruten-Postschiff, das schon am “Pir II” lag. Die Koffer hochgezogen und schon wurden wir freundlich auf der “Kong Harald” in Empfang genommen. Für die nächsten beiden Nächte war eine Innenkabine unsere Unterkunft. Was für ein Tag!

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