Kenia

Kenia

Albrechts Bericht mit Fotos

Es ist schon lange her, dass ich mit Melanie, meiner Tochter, diese Reise unternahm.Aber sie beinhaltet viele besondere Momente und Situationen, die ein “Wieder-Erleben” leicht machen. Zwei Wochen sollte sie dauern davon 3 Tage, die uns die afrikanischen Tiere näher bringen sollten, die übrigen dienten dann der Erholung von der Safari, am Strand des Indischen Ozeans und der Erkundung von Mombasa, dieser interessanten, auf einer Insel gelegenen, Stadt.

Schon am 2. Tag nach Bezug unseres Hotels “Two fishes” am Diani Beach ging es auf Safari. Zuerst in den Tsavo Ost NP. Es dauerte lange bis wir ein lohnendes “Objekt” vor unsere Kameras bekamen, einen “Sekretär” (ein großer Laufvogel). Andere Tiere sahen wir dann auf der Nachmittags-Pirschfahrt durch Busch und Steppe. Giraffen reckten ihre langen Hälse über die Büsche, eine Herde Kaffernbüffel zog gemächlich zwischen den Bäumen an uns vorbei. Dann versperrten uns zwei Löwen den weiteren Weg. Sie lagen mitten auf der Sandpiste und “schmusten” miteinander. Unser Fahrer rief über Funk andere Pirsch-Fahrzeuge herbei, sodass die Löwen umzingelt waren, diese ließen sich jedoch nicht stören. Der nächste Tag war wieder Reisetag. Ziel war der Amboseli NP. Unterwegs überholten wir eine große Gruppe Paviane, die in zwei Reihen links und rechts neben der Straße “marschierten” und dabei nach Eßbarem Ausschau hielten. Mittags machten wir Halt in einem Massai-Dorf und erhielten Einblicke in das Leben dieses stolzen Hirten-Volkes. Höhepunkt der Weiterfahrt war der Blick auf den höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo, an dessen Nordseite wir vorüber fuhren. Schließlich erreichten wir den Eingang des NP`s. Am Tor wurden wir von bettelnden bzw. diebischen Affen empfangen, die auch keine Scheu hatten, ins Auto zu kommen, wenn man nicht aufpasste aber nur, um zu stehlen.

In der Serena Lodge wartete schon das Mittagessen. Wir aßen und auf einmal rannte ein etwa 6-jähriges Mädchen mit einer Banane in der Hand an uns vorbei und hinter ihr her ein großer Pavian, der die Banane sicher auch wollte. Wie das Rennen ausging konnten wir nicht sehen. Danach hatten wir etwas Freizeit. Wir setzten uns an einen Platz von dem aus wir die nahe Wasserstelle im Auge behalten konnten. Es war interessant, die Annäherung verschiedener Tiergruppen zu beobachten. Antilopen schickten einen “Späher” vor, der die Lage abschätzen sollte, Eine große Affensippe stellte Posten im Umkreis der Wasserstelle auf, auch einen am Rande der Lodge, bevor die übrigen zu trinken begannen. Die Pirschfahrt am Nachmittag führte uns zu einem kleinen See, an dessen Ufer sich eine Herde Elefanten aufhielt. Ein Elefant marschierte quer durch den See und seitwärts von ihm tauchte ab und zu der Kopf eines Flußpferdes auf, um zu schauen wo sich der Elefant gerade befand. Nach der Rückkehr setzten wir uns abends auf die Terrasse und lauschten den “Geräuschen” einer Gnuherde, die sich in der Nähe aufhielt und übersahen dabei fast einen Skorpion, der auf der Terrassenbrüstung über unsere Füße laufen wollte. Ein Angestellter der Lodge vetrieb mit einem über den Arm gezogenen Leopardenfell die Affen aus der Nähe der Lodge, um für mehr Nachtruhe zu sorgen. Bei der Ausfahrt aus dem NP am nächsten Tag sahen wir noch einmal den Pavian, dieses Mal am Wegesrand sitzend, der tags zuvor das Mädchen verfolgt hatte. Die Rückreise führte über den Tsavo West NP, wo wir in einer Lodge zu Mittag aßen und Krokodile beobachten konnten. Bald danach erreichten wir Mombasa und wurden in unser Strandhotel gebracht.

Amboseli NP

Amboseli NP

Amboseli NP

Amboseli NP

Jetzt war “Strandleben” angesagt. Es gab Verhaltensmuster anderer “Strandbewohner”, die wir schon kannten, z. B. Liegeplatz mit einem Handtuch sichern, aber auch spezifisch kenianische. Auf der Strandseite der Hotelanlage waren Verkaufstände der schwarzen Händler und diese schauten meistens in die Anlage hinein. Ging jemand zum Strand kam sofort mindestens einer auf ihn zu, um ihn zu einem Kauf zu bewegen, eine Schnitzerei aus “Ebenholz”, eine Bootsfahrt mit einem Glasboot oder ein Souvenir anderer Art. Wollten wir uns sonnen oder Schatten genießen war ein Blick zum Himmel wichtig, denn die Sonne wanderte hier anders über den Himmel als in Europa. An jedem Nachmittag überfiel eine große Affenschar unsere Anlage, durchsuchten Balkone, Terrassen und Appartments (falls geöffnete Fenster) nach Eßbarem. Im sehr offenen Speisesaal kletterten sie überall herum und “stiebitzten” Zucker, Plätzchen und Kuchen. Mehrmals fanden sich auch einige, um gemeinsam Volleyball am Strand zu spielen – Weiße und Schwarze. Die Schwarzen, junge Kerle, wollten meistens “Käse gegen Schokolade” spielen und gewannen dann auch meistens.

Mombasa

Strandleben 1992 am Indischen Ozean

Unterbrochen wurden die Tage durch zwei Besuche von Mombasa, einmal eine geführte Wanderung mit Besichtigung der Altstadt, der ehemaligen portugiesischen Festung und einer Kooperative von Kunsthandwerkern. Der zweite Besuch erfolgte privat mit einem “Tuk Tuk”, von denen immer welche vor dem Hotel auf Gäste warteten. Dann waren die beiden Wochen vorbei. Die einzige Beeinträchtigung in dieser Zeit hatten wir durch die Nebenwirkungen unserer Medikamente gegen Malaria. Vor allem Melanie war besondes stark betroffen. Im Rückblick bleiben aber die positiven Erlebnisse stärker in der Erinnerung verhaftet.

Kilimandscharo
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