Goddag Kobenhavn

Goddag Kobenhavn

Volle Fahrt voraus – unsere Fähre von Puttgarden nach Roedby (Scandlines). Tickets für Fußgänger und Fahrradfahrer sind nur am Check-In am Hafen erhältlich.

Aus dem Süden Deutschland reisten wir mit dem österreichischen Nightjet nach Hamburg, wo wir frühmorgens ankamen. Vom ZOB ging es um 11h weiter in Richtung Dänemark. Unser “grüner Bus” kam gut voran. Auf der 45 Minuten dauernden Fährfahrt von Puttgarden nach Roedby verbrachten wir die meiste Zeit an Deck, wo an diesem heißen Sommertag eine frische Brise wehte. Als wir bereits wieder im Bus saßen und das Startsignal zum Verlassen der Fähre gegeben war, wurde ein Passagier vermißt. Der Busfahrer startete trotzdem, um nicht eine Strafe von € 600.- zahlen zu müssen. Auf dänischer Seite kamen zwei Zollbeamte an Bord und führten Kontrollen durch, was einige Zeit in Anspruch nahm. Plötzlich tauchte eine junge deutschsprechende Frau auf, die unsere Vermißte ankündigte und fragte, ob wir warten könnten. Kurze Zeit später tauchte sie dann auf, eine junge Mulima, – sie setzte sich entspannt und ohne weiteren Worte auf ihren Platz. Wir konnten weiterfahren.

Den Lille Havfrue sitzt seit 1913 am Hafenbecken

Der zentrale Busstopp in Kopenhagen ist noch ausbaufähig. Auf dem Weg zum nahegelegenen Hauptbahnhof reihten wir uns ein zwischen kofferziehende Reisende, die auf teils sandigen Gehsteigen und um Bauzäune herum dahintrotteten. Es war heiß. Vor dem Aufzug im Bahnhofsgebäude stand eine Menschentraube. Wir schleppten unser Gepäck hoch in die Haupthalle. Erst einmal Luftholen und sich in der historischen Halle mit der beeindruckenden Deckenkonstruktion zurechtfinden. 36-Stunden-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr , so war unsere Information, wären eine gute Sache. Als wir vor den Automaten standen und berieten wie wir zu den Fahrkarten kommen würden, sprach uns eine freundliche Servicemitarbeiterin an. Kurz darauf hielten wir die Tickets in Händen; (Preis pro Karte 200,- Dänische Kronen /www.moviatrafik.de). In den nächsten Tagen wollten wir Kopenhagen entdecken.

Rathaus – über dem Balkon Stadtgründer Bischof Absalom

Wir nahmen uns ein Taxi zu unserer Unterkunft im Stadtteil Noerrebro, ungefährt 4 km entfernt. Ein sehr familienfreundliches Ho(s)tel (A&O Copenhagen Noerrebro) erwartete uns mit guter Ausstattung und Service. Die hohe Zimmertemperatur war dem heißem Wetter geschuldet. Der Stadtteil ist bekannt als “multikulti”, sehr anregend, aber nicht immer einladend. In einem orientalischen Lokal versorgten wir uns mit Falafel, und im nebenan gelegenen kleinen Supermarkt mit Getränken.

Am nächsten Tag, nach umfangreichem Frühstück, versuchten wir uns auf der S-Tog (S-Bahn) in Richtung Hauptbahnhof. Wir wählten dazu einen, wie wir bei der Rückfahrt herausfanden, umständlichen Weg. Einfacher: aus Richtung Zentrum mit -B- in Richtung Farum bis Station Ryparken, umsteigen in -F- in Richtung Ny Ellebjerg bis Station Bispebjerg– (nächster Halt, Treppe hoch und Ziel rechts). Trotz des heißen Wetters legten wir einige Kilometer zu Fuß zurück.

Unser Start am Hauptbahnhof führte um den Tivoli herum und im kleinen Park hinter der Ny Carlsberg Glyptotek fanden wir erträglichere Temperaturen. Eine einmalige Sammlung von über 10000 Exponaten von antiken Skulpturen, Werken von Impressionisten und dänischen Kunstschätzen wären zu bestaunen. Wir schafften es nicht. Unser Weg führte weiter an’s Wasser des Inderhavnen. Auch das Schloß Christiansborg ließen wir links liegen. Am Kierkegards Plads blendete uns der Schwarze Diamant.

Der Erweiterungsbau der Königlichen Bibliothek wird Den Sorte Diamant, Schwarzer Diamant, genannt

Die Fassade des Gebäudes besteht aus Absolut Black Granit aus Simbabwe und spiegelt das Wasser des Inderhavnen wieder.

Schwarzer Diamant

An den beiden nächsten Tagen tippelten wir weitere Sehenswürdigkeiten ab. Im folgenden, Ziele auf unseren Streifzügen:

Schloß Rosenborg mit Rosengarten, der sich leider nur als steppenartige, gelbbraune Anlage darbot.
Wache vor dem Schloß Amalienborg

Schloss Amalienborg ist seit 200 Jahren offizieller Wohnsitz der dänischen Monarchie.

Im 17. Jh. wurde die Befestigungsanlage unter Christian IV. als Sankt Annae Skanse erbaut. Zweimal war sie Kernstück der Kopenhagener Stadtverteidigung. 2011 wurde ein Denkmal für die internationalen Einsätze Dänemarks errichtet, aus Solidarität mit den dänischen Truppen.

Am Wasser gelegen bietet das Schauspielhaus auf Holzterrassen Entspannung; Architekturliebhaber und Theaterbesucher sind ebenfalls auf vielerlei Weise angesprochen.

Die Frederikskirche, auch Marmorkirche genannt, vom Wasserbus aus gesehen. Rekordverdächtig ist die Bauzeit von 145 Jahren. Der ursprüngliche Plan einer Kuppel von 45 Meter Durchmesser wurde aus finanziellen Gründen verworfen. 1894 wurde sie fertiggestellt. Die Alte Börse in unmittelbarer Nähe von Schloss Christiansborg ist ein Beispiel niederländischer Renaissancearchitektur.

Der Turm der Knippelsbro ist auch auf der 200-Kronen Banknote abgebildet. Die Klappbrücke ist ein markantes Bauwerk am Inderhavnen.

An der Stroeget ein Cafe im Hinterhof

Am Grabroedretorv befinden sich viele Lokale, die gut besucht waren. Abseits der quirligen Fußgängerzone Stroeget suchten auch wir etwas Ruhe vom Trubel. Der Storchenbrunnen, Storkespringvandet, gehört mit zu den meist fotografierten Motiven der Stadt. Noch heute feiern Hebammen mit einem Tanz um den Brunnen den Abschluß ihrer Ausbildung.

Oper

Kopenhagens Oper bildet den Kontrapunkt zu den gegenüber liegenden Solitären, Bibliothek und Schauspielhaus. Das Bauwerk wurde dem Dänischen Staat von Großreeder Arnold Maersk Mc Kinney Moeller geschenkt. Sie wurde 2005 eröffnet.

Neben den Besuch der Sehenswürdigkeiten suchten wir auch nach einer Tasse mit königlichem Konterfei. die leider nirgendwo, trotz Nachfragen, zu bekommen waren. Es sollte ein “Wunsch-Mitbringsel” sein. Anders als im englischen Königshaus vermarkten sich die Royals hier nicht in derartiger Weise. Im historischen Kaufhaus (seit 1870) Magasin du Nord lohnt sich ein Besuch, auch wenn man nicht fündig wird. Abends stand in unserer Straße noch ein Besuch im bereits bekannten Supermarkt an. Mit dem dänischen Geld stand ich wegen der vielen Münzen auf Kriegsfuß. Ich zahlte mit Schein und wartete auf mein Wechselgeld, was auch gleich ausgespuckt wurde. Albrecht packte inzwischen unseren Einkauf ein. die nächste Kundin war schon an der Reihe und ich stand noch immer mit ofener Hand und meinen Münzen und wartete. Es mußte doch noch etwas kommen, und tatsächlich kam nochmals eine Ladung, die ich freudig an mich nahm. Es war allerdings das Wechselgeld der anderen Kundin, ebenfalls einer Touristin. Albrecht und der Geschäftsinhaber bemerkten nun was vorgefallen war. Wir, das hieß die Männer, sortierten die Münzen bis alles seine Richtigkeit hatte. Wir mußten lachen. Die andere Kundin vergaß ihre Waren. Der Ladenbesitzer überholte uns, auf der Straße laufend, um der Kundin ihren Einkauf zu übergeben; nochmals Lachen aller Beteiligten. Am vorletzten Tag fuhren wir mit unserem 36-Stundenticket mit M2 in Richtung Flughafen Kastrup, um uns umzuschauen. Auf der Rückfahrt stiegen wir am Amager Strand aus und genossen die Seeluft am Wasser. die künstlich angelegte Dünenlandschaft bietet Strandflair vor Kopenhagens Haustür.

Die letzte Nacht war kurz. Abflug von Kastrup um 9h15 nach Grönland über Kangerlussuaq nach Nuuk.

Das Wahrzeichen Kopenhagens, die kleine Meerjungfrau, wurde der Primaballeria Ellen Price nachempfunden. Attacken mußte sie überstehen, 1964 wurde sie geköpft, doch 2010 schmückte sie wieder in voller Größe den dänischen Pavillon bei der Weltausstellung in Shanghai. Sie war sozusagen für sechs Monate verreist.

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